Bei uns geht kein Instrument ungeprüft aus der Kiste an einen Kunden. Jedes einzelne Instrument, ob preisgünstig oder hochpreisig, durchläuft in unserer Werkstatt einen 10-Punkte-Check.
Das gilt für Geigen, Bratschen, Celli und Kontrabässe gleichermaßen. Die Arbeitsschritte sind dieselben, nur die Maße ändern sich mit dem Instrument.
Wir nehmen diesen Check ernst, denn ein sauber eingerichtetes Instrument spielt sich leichter, klingt besser und erspart dem Spieler Ärger, dessen Ursache er oft bei sich selbst sucht.
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10
Punkte im Check
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30–45
Minuten je Instrument
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1
Unterschrift des Geigenbauers
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01
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Stegposition und StegrundungFür den Steg gibt es genau eine richtige Position: auf der gedachten Linie zwischen den beiden F-Loch-Kerben. Dort gehört er hin, nirgendwo anders. Die Stegrundung muss ebenso stimmen. Ist sie zu flach, streicht man beim Spielen versehentlich zwei Saiten gleichzeitig an. Ist sie zu stark, gerät der Bogen auf den äußeren Saiten an die Oberkante der Zarge. |
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02
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Griffbrett: Hohlkehle und RundungEin schlecht abgerichtetes Griffbrett ist eine häufige Ursache für technische Schwierigkeiten. Uns begegnen regelmäßig bucklige Griffbretter, auf denen einzelne Töne schnarren, oder solche ohne Längs-Hohlkehle. Diese Hohlkehle lässt die Saiten auch im Fortissimo frei schwingen. Die Rundung des Griffbretts muss der Stegrundung folgen. |
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03
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Saitenlage am Obersattel und am GriffbrettendeDiese Einstellung entscheidet über den Kraftaufwand beim Greifen und ist gerade für Einsteiger wichtig. Liegen die Saiten zu hoch, müssen sie mit Druck heruntergedrückt werden, das ermüdet die Finger und erschwert das Lagenspiel. Eine zu niedrige Saitenlage ist noch unangenehmer: Das Greifen fällt leicht, dafür schnarren die tiefen Saiten bei jedem Ton. |
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04
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Wirbel: Passung und LeichtgängigkeitDie Wirbel müssen genau eingepasst sein. Sitzen sie zu locker, rutschen sie mitten im Spiel ab, und das Stimmen beginnt von vorn, weil sich dabei meist auch die übrigen Saiten verziehen. Wir passen die Wirbel ein und behandeln sie mit Wirbelkreide oder Wirbelseife. Weit herausstehende Wirbelschäfte sind außerdem ein sichtbares Zeichen für ein unbearbeitetes Instrument. Zwei bis drei Millimeter genügen. |
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05
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FeinstimmerBeim Feinstimmen befindet man sich ohnehin in einer unbequemen Haltung. Ein schwergängiger Feinstimmer macht die Sache vollends mühsam. Wir kontrollieren alle Feinstimmer und stellen sie bei Bedarf nach. |
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06
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Stimmstock: Position und LängeFür unsere Geigenbauer Routine: Jeder Stimmstock wird mit der Stimmstocklehre und durch Abklopfen geprüft. Er soll an der richtigen Stelle stehen und weder zu viel noch zu wenig Spannung auf die Decke bringen. |
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07
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Stegschutz bei der E-SaiteBei der Violine ist der Stegschutz ein kaum sichtbares Gummiröhrchen auf der E-Saite. Es verhindert, dass sich die sehr dünne Saite mit der Zeit in den Steg schneidet. Der Steg hält dadurch länger. |
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08
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Saitenrillen an Steg und ObersattelGleichmäßige Abstände an Steg und Obersattel, die genormte Gesamtbreite der Saiten am Obersattel und Rillen, die nicht zu tief eingeschnitten sind. Wir prüfen diese Maße und arbeiten sie bei Bedarf nach. |
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09
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Gesamtdurchsicht und AnspielenDas Instrument wird noch einmal vollständig durchgesehen und auf allen Saiten und in allen Lagen angespielt. Fällt der Klang gegenüber vergleichbaren Instrumenten ab, wird es aussortiert. Das kommt selten vor, aber es kommt vor. |
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10
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ReinigungDas Instrument wird poliert, die Kolophoniumreste vom Anspielen werden entfernt. |
Alle Arbeiten bestätigt und dokumentiert der Geigenbauer mit seiner Unterschrift.
Der gesamte Check dauert 30 bis 45 Minuten je Instrument. Diese Zeit nehmen wir uns, damit das Instrument einer Begutachtung durch einen Geigenbauer oder eine Lehrkraft standhält. Beim Einsteigerinstrument genauso wie beim Meisterinstrument.